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Kalkhaltiges Trinkwasser ist nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich.1 Viele Menschen entscheiden sich dennoch aus technischen oder praktischen Gründen für eine Enthärtungsanlage, beispielsweise um Kalkablagerungen in Leitungen, Haushaltsgeräten und an Armaturen zu reduzieren. Bei einer Enthärtungsanlage werden die für die Wasserhärte verantwortlichen Calcium- und Magnesiumionen in der Regel gegen Natriumionen ausgetauscht. Dadurch verändert sich die Mineralstoffzusammensetzung des Wassers. Wie stark, hängt unter anderem vom Ausgangswasser und der Einstellung der Anlage ab.
Kurz gesagt: Nein. Eine klassische Enthärtungsanlage macht Wasser nicht mineralfrei. Sie tauscht vor allem Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen aus. Andere gelöste Mineralstoffe werden dadurch nicht automatisch entfernt.
Enthärtungsanlagen verringern die Wasserhärte. Sie wird vor allem durch gelöste Calcium- und Magnesiumionen bestimmt. Bei üblichen Kationenaustauschern werden diese gegen Natriumionen ausgetauscht.²
Aufbau und Funktion einer Entkalkungsanlage, Quelle: https://www.glb.ch/onlinemagazin/wasserenthaertungsanlage-ja-oder-nein
Innerhalb der Entkalkungsanlage befindet sich ein Behälter mit speziellem Harz, das mit Natriumionen beladen ist. Das zu enthärtende Wasser fließt durch den Ionenaustauscherbehälter. Dabei werden Calcium- und Magnesiumionen vom Harz gebunden und Natriumionen an das Wasser abgegeben. Dadurch sinkt die Wasserhärte. Andere gelöste Mineralstoffe werden durch diesen Austausch nicht automatisch entfernt.²
Exkurs: Bei sehr hartem Wasser kann eine Enthärtung sinnvoll sein, um Kalkablagerungen in Leitungen und Haushaltsgeräten zu reduzieren. Wie stark das Wasser enthärtet wird, hängt unter anderem vom Ausgangswasser und der Einstellung der Anlage ab. Für Trinkwasser gelten auch nach der Enthärtung die Anforderungen der Trinkwasserverordnung, darunter der Grenzwert für Natrium.²˒³
Nein. Enthärtetes Wasser ist nicht automatisch mineralfrei. Bei einer klassischen Enthärtungsanlage werden vor allem Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Andere gelöste Mineralstoffe werden dadurch nicht automatisch entfernt.2
Natürlich hat die Entkalkung des Wassers auch Vorteile. Küchengeräte, die häufig mit Wasser, welches einen hohen Kalkgehalt aufweist, in Kontakt kommen, können durch entkalktes Wasser besser geschützt werden. Zudem erfordert entkalktes Wasser weniger Reinigungsmittel. Heizsysteme können mit kalkarmem Wasser besser arbeiten.2
Bei der Zusammensetzung des Trinkwassers gibt es allerdings etwas zu beachten. Durch die Enthärtung können die Calcium- und Magnesiumgehalte sinken, während der Natriumgehalt steigt. Welche Bedeutung dies für die Mineralstoffzufuhr hat, hängt vom Ausgangswasser, dem Enthärtungsgrad und der gesamten Ernährung ab.2
Einnahme und Verarbeitung von Calcium im Körper, Quelle: https://www.foryouehealth.de/gesund-leben-blog/calcium-einnahme.html
Calcium ist wichtig für das Nervensystem, die Muskulatur und die Blutgerinnung.4 Magnesium ist unter anderem am Energie- und Knochenstoffwechsel, an der Reizübertragung und an der Muskelkontraktion beteiligt.5
Zudem kann sich der Natriumgehalt durch den Einsatz von Entkalkungsanlagen erhöhen. Bei der Einstellung der Anlage muss deshalb berücksichtigt werden, wie viel Natrium bereits im Ausgangswasser enthalten ist. Für Natrium gilt nach der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 200 mg/l.2,3
Ob Leitungswasser oder Mineralwasser, für den täglichen Bedarf an Mineralien sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, die reich an mineralhaltigen Lebensmitteln ist.8 Wir haben dafür einige Mineralstoffquellen für euch zusammengefasst.
Für eine ausreichende Zufuhr an Magnesium eignen sich besonders Nüsse und Kerne sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.5
Calcium findet man hingegen verstärkt in Milch und Milchprodukten, grünem Gemüse sowie Samen und Nüssen.4 Diese Lebensmittel liefern nicht nur Mineralien, sondern enthalten auch andere wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Proteine und Ballaststoffe.10
Wie viel Calcium und Magnesium Wasser liefert, hängt von seiner Mineralzusammensetzung und der getrunkenen Menge ab.8 Nahrungsergänzungsmittel sind nicht allein deshalb erforderlich, weil das Wasser mineralarm ist. Ob ein Präparat sinnvoll ist, sollte bei besonderem Bedarf oder in der Schwangerschaft individuell ärztlich oder fachlich abgestimmt werden.11
In Kombination mit einer ausgewogenen, mineralreichen Ernährung können sowohl gewöhnliches Leitungswasser als auch enthärtetes Trinkwasser getrunken werden, sofern die Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten werden.2,3
Entkalkungsanlage oder Wasserfilter für die Küche?
Wer die Wasserhärte reduzieren möchte, sollte zunächst überlegen, wofür das enthärtete Wasser benötigt wird. Soll die Wasserhärte im gesamten Haus reduziert werden oder geht es hauptsächlich um Trinkwasser, Kaffee, Tee und Küchengeräte?
Wer vor allem in der Küche weicheres Wasser nutzen möchte, kann auf eine lokale Filterlösung zurückgreifen. Der Entkalkungsfilter von Living Water reduziert die Karbonathärte um bis zu 5 °dH – abhängig von der Wasserqualität vor Ort. Dadurch können Kalkablagerungen beispielsweise in Wasserkochern und Kaffeemaschinen verringert werden.
Die LivingTap-Systeme verfügen bereits standardmäßig über einen Aktivkohleblockfilter, der ausgewählte Stoffe im Trinkwasser reduzieren kann. Für bestimmte Medikamentenrückstände und Steroidhormone wurden unter dokumentierten Prüfbedingungen Rückhaltewerte von über 99 Prozent nachgewiesen.12,13
Beide LivingTap-Systeme lassen sich bei Bedarf um einen Entkalkungsfilter ergänzen. So können die Reduktion der Wasserhärte und die Filterung ausgewählter Stoffe direkt in der Küche miteinander kombiniert werden. Mit dem LivingTap Pro lässt sich darüber hinaus gekühltes Sprudelwasser direkt aus dem Wasserhahn zapfen..
Sprudelwasserhahn
Still, gekühlt oder gesprudelt – direkt mechanisch an der Armatur wählbar. Der vollständige Sprudelwasserhahn von Living Water.
LivingTap Pro ansehen →
Wasserfilteranlage
Gefiltertes Wasser direkt an der Armatur – mechanisch bedienbar, alltagstauglich und auf das Wesentliche konzentriert.
LivingTap Basic ansehen →
Ist entkalktes Wasser mineralfrei?
Nein. Bei einer klassischen Enthärtungsanlage werden vor allem die für die Wasserhärte verantwortlichen Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Andere gelöste Mineralstoffe werden dadurch nicht automatisch aus dem Wasser entfernt.2
Kann man enthärtetes Wasser trinken?
Ja, enthärtetes Wasser kann grundsätzlich getrunken werden, sofern die Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Zu beachten ist insbesondere, dass sich durch die Enthärtung der Natriumgehalt des Wassers erhöhen kann.2,3
Ist kalkhaltiges Wasser gesundheitsschädlich?
Kalkhaltiges Trinkwasser ist nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich.¹ Die Wasserhärte wird vor allem durch Calcium- und Magnesiumionen bestimmt. Eine Enthärtung wird daher häufig aus technischen oder praktischen Gründen eingesetzt, beispielsweise um Kalkablagerungen zu reduzieren.2
Enthält Mineralwasser mehr Mineralstoffe als Leitungswasser?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Der Mineralstoffgehalt kann sowohl bei natürlichem Mineralwasser als auch bei Leitungswasser deutlich variieren. Wer die Werte vergleichen möchte, kann die Angaben auf dem Flaschenetikett mit der Trinkwasseranalyse des örtlichen Wasserversorgers vergleichen.8
Was ist der Unterschied zwischen einer Enthärtungsanlage und einem Aktivkohleblockfilter?
Eine klassische Enthärtungsanlage verringert die Wasserhärte, indem Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht werden.² Unser Aktivkohleblockfilter funktioniert anders. Laut Herstellerdatenblatt bleiben die im Wasser gelösten Mineralien bei dieser Filterung erhalten.12
1 Verbraucherzentrale: Wasserhärte bestimmen: Habe ich weiches oder hartes Wasser?, Stand 28.04.2025, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/wasserhaerte-bestimmen-habe-ich-weiches-oder-hartes-wasser-5532
2 DVGW: Wasserbehandlung in der Trinkwasser-Installation: mechanisch wirkende Filter, Dosieranlagen, Kalkschutzgeräte und Ionenaustauscher, TWIN Nr. 07, Stand September 2013, https://www.dvgw.de/medien/dvgw/leistungen/publikationen/twin07-1309.pdf
3 Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: Trinkwasserverordnung, insbesondere Anlage 2 (Parameter Natrium), geltende Fassung, https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/anlage_2.html
4 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Calcium, Stand der Ableitung 2013, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/
5 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Magnesium, Stand der Ableitung 2021, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/
6 U.S. Environmental Protection Agency (EPA): WaterSense Performance Overview: Point-of-Use Reverse Osmosis Systems, Dezember 2024, https://www.epa.gov/system/files/documents/2025-01/ws-products-ro-systems-performance-summary_508.pdf
7 Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, insbesondere §§ 2, 3 und 8, zuletzt geändert am 20.06.2023, https://www.gesetze-im-internet.de/min_tafelwv/BJNR010360984.html
8 Verbraucherzentrale: Trinkwasser, Mineralwasser, Tafelwasser – was sind die Unterschiede?, Stand 17.08.2026, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/trinkwasser-mineralwasser-tafelwasser-was-sind-die-unterschiede-13225
9 Verbraucherzentrale: Sind Pestizide und Medikamente im Leitungswasser?, Stand 08.01.2026, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/sind-pestizide-und-medikamente-im-leitungswasser-34837
10 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Handlungsempfehlungen – Ernährung in der Schwangerschaft, https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gezielte-ernaehrung/ernaehrung-in-schwangerschaft-und-stillzeit/handlungsempfehlungen-ernaehrung-in-der-schwangerschaft/
11 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Nahrungsergänzungsmittel, https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/nahrungsergaenzungsmittel/
12 CARBONIT Filtertechnik GmbH: Datenblatt des bei Living Water eingesetzten Aktivkohleblockfilters (IFP Premium, 0,45 µm), https://carbonit.com/images/stories/meinfilter/pdfs/datenblaetter/DB-IFP-230801.pdf
13 Technische Universität Berlin, Institut für Lebensmittelchemie: Gutachten – Versuche zur Entfernung von Arzneimittelrückständen, steroiden Hormonen und polaren Pestizidrückständen aus dotiertem Trinkwasser mit Carbonit®-Wasserfiltern, 29.11.2000, https://carbonit.com/images/stories/gutachten/Polare-Pestizide-Medikamentenrueckstaende-Hormone-Steroide-TU%20Berlin/100718-D01.pdf
Über den Autor:
Daniel Fechtelpeter | Experte für Wasserqualität und innovative Trinkwasserlösungen
Daniel Fechtelpeter ist Gründer und Geschäftsführer der Living Water GmbH in Düsseldorf. Als Experte für Wasserqualität und Filtertechnologien entwickelt er Lösungen für sauberes Trinkwasser direkt aus dem Hahn und engagiert sich für fairen Zugang zu Trinkwasser weltweit.