Mythos Wasser: Ist kalkhaltiges Wasser ungesund?
Es ranken sich viele Mythen um kalkhaltiges Wasser. Angeblich sei Kalk ungesund und schädige Gefäße, Arterien und Gelenke. Die Verkalkung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine oder Wasserkocher würde schließlich zeigen, wie gefährlich kalkhaltiges Wasser sei. Aber setzt sich Kalk tatsächlich in unserem Körper ab und schadet so unserer Gesundheit? Im Folgenden werden wir zeigen, was Kalk eigentlich ist und dass er keinesfalls unserer Gesundheit schadet.6
1. Wie der Kalk ins Wasser kommt
Im Trinkwasser gibt es immer eine bestimmte Menge an Mineralien – mal mehr und mal weniger. Diese gelangen ins Grundwasser, während das Wasser die verschiedenen Gesteinsschichten durchquert. Ändern sich Druck oder Temperatur, können sich gelöste Mineralien als Flocken oder kristallines Material ablagern. Dieser Vorgang heißt Fällung. Beim Erwärmen kann zum Beispiel schwer lösliches Calciumcarbonat entstehen – also das, was wir im Alltag als Kalk bezeichnen.1
Die Trinkwasserverordnung gibt vor, welche Eigenschaften das Leitungswasser haben muss. Für die Wasserhärte selbst enthält sie keinen Grenzwert. Trinkwasser soll jedoch nicht korrosiv wirken.1, 2
Die Vorgaben sind allerdings nicht so leicht umzusetzen, denn eine Temperaturveränderung des Wassers hat Einfluss auf seine kalkauflösenden Eigenschaften. Desto wärmer das Wasser ist, umso weniger Kalk wird gelöst. Da Kalk keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Folge hat, wird es den Endverbraucherinnen und -verbrauchern überlassen, sein Wasser zu entkalken – oder auch nicht.1, 6
Was bedeuten die verschiedenen Härtegrade?
In Deutschland unterscheidet man zwischen drei Härtegraden im Leitungswasser: weich, mittel und hart. Um den Härtegrad des Wassers zu bestimmen, wird die Konzentration der Calcium- und Magnesiumionen als Calciumcarbonat je Liter Wasser angegeben. Häufig wird dafür die Einheit Grad deutscher Härte (°dH) verwendet.1, 3
Hat das Wasser einen Härtegrad von weniger als 8,4 °dH, gilt es als weiches Wasser. Mittelhartes Wasser weist einen Härtegrad zwischen 8,4 und 14 °dH auf. Hartes Wasser hat einen Härtegrad von mehr als 14 °dH.3 Das heißt: Desto härter also das Leitungswasser, umso häufiger muss man seine Elektrogeräte im Haushalt entkalken.1, 6
Die Kalkkonzentration des Wassers kann aber auch Auswirkungen auf den Wassergeschmack haben. So beeinflusst die Zusammensetzung des Wassers – besonders, wie gut es Säure abpuffert – die wahrgenommene Säure und damit den Geschmack von Kaffee (Wie Wasser die Kaffee-Aromen beeinflusst).⁴ Vielen Menschen schmeckt Wasser mit einem geringen Kalkanteil generell besser.
Unser Tipp: Das beste Wasser für Deinen Kaffee!
- Härtegrad und Zusammensetzung des Wassers beachten⁴
- Wasser, das Säure nur wenig abpuffert, kann sie stärker hervortreten lassen⁴
- Wasser, das Säure stärker abpuffert, kann sie milder wirken lassen⁴
- pH-Wert möglichst im neutralen Bereich⁴
- immer frisches Wasser verwenden
Weicheres Trinkwasser genießen, Kalkablagerungen reduzieren und den Kaffee- oder Teegeschmack verbessern?
Sowohl den LivingTap Basic als auch den LivingTap Pro kannst Du optional um unsere Entkalkungsstufe ergänzen. Sie reduziert – abhängig von der örtlichen Wasserqualität – die Karbonathärte um bis zu 5 °dH. Das Wasser kann dadurch weicher beziehungsweise milder schmecken. Auch Kaffee und Tee können geschmacklich ausgewogener wirken. Gleichzeitig lassen sich Kalkablagerungen in Wasserkochern oder Kaffeemaschinen verringern, wenn Du sie mit diesem Wasser befüllst. Es handelt sich dabei um eine Teilenthärtung und nicht um vollständig kalkfreies Wasser.
Welcher LivingTap zu Dir passt, hängt vor allem davon ab, welchen Komfort Du Dir wünschst:
- LivingTap Basic: gefiltertes, stilles Wasser direkt aus der Küchenarmatur
- LivingTap Pro: gefiltertes Wasser still oder gesprudelt sowie gekühlt oder ungekühlt
2. Ist kalkhaltiges Wasser ungesund?
Kalk ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die chemische Verbindung Calciumcarbonat, welche aus den Elementen Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff besteht (CaCO3). Der Mineralstoff Calcium ist wichtig für unsere Gesundheit. Er hält unsere Zähne und Knochen stabil, was eine regelmäßige Calciumzufuhr unerlässlich macht. Die empfohlene Menge ist dabei altersabhängig, da insbesondere junge Menschen aufgrund des Wachstums viel Calcium benötigen. Dieser Mineralstoff ist vor allem in Milchprodukten sowie in einigen Gemüsesorten wie Broccoli und Grünkohl enthalten – aber auch in unserem Trinkwasser.1, 5
Wenn zu wenig Calcium aufgenommen wird, greift der Körper auf die vorhandene Knochenmasse zurück. Das heißt, dass bei einer längeren Unterversorgung die Knochenmasse abnehmen kann.5
Deshalb ist klar: Kalkhaltiges Wasser ist nur für unsere Haushaltsgeräte ein Problem, keinesfalls für unseren Körper! Gelenke und Blutgefäße „verkalken“ nicht durch kalkhaltiges Wasser.6
3. Die Nachteile von kalkhaltigem Wasser
Es wurde also deutlich, dass kalkhaltiges Wasser vor allem für Elektrogeräte ein Problem darstellt. Deshalb sollten Kaffeemaschinen oder Wasserkocher in Haushalten mit einem hohen Kalkanteil im Wasser regelmäßig entkalkt werden.1, 6
Außerdem erfordert kalkhaltiges Wasser die Verwendung von mehr Waschpulver.1 Beim Geschirrspüler sollte die Enthärtungseinrichtung auf die örtliche Wasserhärte eingestellt und bei Bedarf Regeneriersalz verwendet werden.7
Und last but not least: Auch in der Trinkwasserinstallation können Kalkablagerungen technische Nachteile verursachen.1 Ob und welche Maßnahmen notwendig sind, hängt vom konkreten Fall ab – und das kann nicht gerade billig sein.
Abhilfe schaffen kann hier die Installation einer Entkalkungsanlage direkt am Hausanschluss.1 Aber nicht nur die Haushaltsgeräte freuen sich über weicheres Wasser. Wie sich weniger Kalk im Wasser auf Haut und Haare anfühlt, wird unterschiedlich wahrgenommen.8
Unser Tipp: Google Dein Wasser!
Die Webseite wasserhaerte.net zeigt Dir, welche Wasserhärte Dein Leitungswasser aufweist.
4. Ist ein Filtersystem dennoch sinnvoll?
Wir haben gezeigt, dass Kalk im Trinkwasser grundsätzlich kein gesundheitliches Problem darstellt.6 Zudem unterliegt Trinkwasser in Deutschland den Anforderungen und Kontrollen der Trinkwasserverordnung.9
Leitungswasser steht direkt aus dem Hahn zur Verfügung. Für den Verbrauch zu Hause müssen daher keine Wasserflaschen gekauft und gelagert werden.
Gibt es dennoch gute Gründe, warum eine zusätzliche Wasserfilterung sinnvoll sein kann?
Gesundheit: Die Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte und Anforderungen für die Trinkwasserqualität fest.2 Für Mikroplastik gibt es derzeit keinen eigenen Grenzwert. Mikroplastik wurde sowohl in Leitungs- als auch in Flaschenwasser nachgewiesen; daraus lässt sich jedoch kein pauschaler Belastungsvergleich ableiten.10 Auch für Arzneimittelrückstände und Hormone gibt es in der Trinkwasserverordnung keine eigenen Parameter.2, 12 Ein Nachweis bedeutet nicht automatisch eine Gesundheitsgefahr.11
Alte Rohrleitungen/Armaturen: In älteren Häusern können noch ungeeignete Leitungen oder Armaturen vorhanden sein, aus denen sich beispielsweise Schwermetalle lösen können. Eine Wasserfilterung ersetzt jedoch keine notwendige Sanierung. Sollten noch Bleileitungen vorhanden sein, müssen diese entfernt oder stillgelegt werden.13
Geschmack: Egal, ob bei der Zubereitung von Heißgetränken oder als kaltes Getränk: Wer kalkhaltiges Wasser trinken möchte, muss selbst entscheiden, wie viel Kalk für das persönliche Geschmacksempfinden angenehm ist. Gerade beim Kaffee oder Teegenuss kann die Zusammensetzung des Wassers den Geschmack des Getränks beeinflussen.4
Wasserfiltersysteme für Zuhause
Es gibt eine Reihe verschiedener Filtersysteme, die in Haushalten zum Einsatz kommen. Diese unterscheiden sich sowohl von Ihrer Handhabung aber auch hinsichtlich ihrer Filterqualität.
Unser Tipp: Wasserfilterung mit Aktivkohleblock-Technologie!
Der bei Living Water eingesetzte Carbonit IFP Premium-Aktivkohleblockfilter reduziert ausgewählte Medikamentenrückstände und polare Pestizide sowie ausgewählte Steroidhormone.14
Daneben liefert unser LivingTap Pro gefiltertes, gekühltes oder ungekühltes Wasser mit oder ohne Sprudel direkt aus dem Hahn. Dabei entscheidest du selbst, ob zuvor der Kalkgehalt (Karbonathärte) reduziert werden soll oder nicht. So erhältst du dein Wunschwasser nach deinem Geschmack.
Welcher LivingTap passt zu deiner Küche?
Sprudelwasserhahn
LivingTap Pro
Still, gekühlt oder gesprudelt – direkt mechanisch an der Armatur wählbar. Der vollständige Sprudelwasserhahn von Living Water.
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LivingTap Basic
Gefiltertes Wasser direkt an der Armatur – mechanisch bedienbar, alltagstauglich und auf das Wesentliche konzentriert.
LivingTap Basic ansehen →Mit einem guten Wasserfiltersystem direkt im Küchenbereich lassen sich mögliche Schadstoffe aus dem Wasser entfernen, während die Mineralien im Wasser erhalten bleiben. Daneben liefert unser LivingTap Pro gefiltertes, gekühltes oder ungekühltes Wasser mit oder ohne Sprudel direkt aus dem Hahn.
Dabei entscheidest du selbst, ob zuvor der Kalkgehalt (Karbonathärte) reduziert werden soll oder nicht. So erhältst du dein Wunschwasser nach deinem Geschmack in höchster Qualität.
Häufige Fragen zu kalkhaltigem Wasser
Kann kalkhaltiges Wasser Gefäße oder Gelenke „verkalken“?
Nein. Kalkhaltiges Trinkwasser gilt nicht als gesundheitsschädlich und verursacht keine „Verkalkung“ von Gefäßen oder Gelenken.6
Ab welchem Wert gilt Leitungswasser als hart?
Leitungswasser gilt nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz bei mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter beziehungsweise mehr als rund 14 °dH als hart.3
Muss hartes Leitungswasser gefiltert oder enthärtet werden?
Nein, aus gesundheitlichen Gründen ist das nicht erforderlich. Eine Enthärtung kann aus technischen oder geschmacklichen Gründen infrage kommen, etwa um Kalkablagerungen zu verringern.1, 6
Warum entstehen Kalkablagerungen besonders beim Erhitzen?
Beim Erhitzen kann leicht lösliches Calciumhydrogencarbonat in schwer lösliches Calciumcarbonat umgewandelt werden. Dieses kann sich als Kalk ablagern.1
Wo erfahre ich die Wasserhärte an meinem Wohnort?
Dein Wasserversorger muss den Härtebereich mindestens einmal jährlich und bei nicht nur vorübergehenden Änderungen mitteilen. Die Angaben findest du häufig auf der Website oder in der Trinkwasseranalyse des Versorgers.3, 6
Quellen und weiterführende Informationen
1 DVGW e. V.: Härtebereiche für Trinkwasser, https://www.dvgw.de/themen/wasser/verbraucherinformationen/wasserhaerte/
2 Trinkwasserverordnung (TrinkwV), insbesondere § 8 und die Anlagen zu Grenzwerten und Anforderungen, https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/
3 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG), § 9: Angabe der Wasserhärtebereiche, https://www.gesetze-im-internet.de/wrmg/__9.html
4 Specialty Coffee Association: Water and Coffee Acidity – How to Adapt Your Water for Different Extraction Methods, https://sca.coffee/sca-news/25/issue-9/english/water-and-coffee-acidity-how-to-adapt-your-water-for-different-extraction-methods-25-magazine-issue-9-pxjby
5 Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für Calcium, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/
6 Verbraucherzentrale: Wasserhärte bestimmen – Habe ich weiches oder hartes Wasser? Stand 28.04.2025, https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wasser/wasserhaerte-bestimmen-habe-ich-weiches-oder-hartes-wasser-5532
7 Umweltbundesamt: Warum ist Regeneriersalz für den Geschirrspüler wichtig?, https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-ist-regeneriersalz-fuer-den-geschirrspueler-1
8 Thomas, K. S. et al. (2011): A Randomised Controlled Trial of Ion-Exchange Water Softeners for the Treatment of Eczema in Children. PLOS Medicine 8(2): e1000395, https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000395
9 Umweltbundesamt: Trinkwasser aus der Leitung – nachhaltig, gesund, günstig. Aktualisiert am 23.04.2026, https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/trinkwasser-aus-der-leitung-nachhaltig-gesund
10 World Health Organization (WHO): Microplastics in drinking-water, 2019, https://www.who.int/publications/i/item/9789241516198
11 Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Mikroplastik – Fakten, Forschung und offene Fragen. Aktualisierte Fassung, https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/mikroplastik-fakten-forschung-und-offene-fragen/
12 Umweltbundesamt: Arzneimittelrückstände in der Umwelt, https://www.umweltbundesamt.de/daten/chemikalien/arzneimittelrueckstaende-in-der-umwelt
13 Umweltbundesamt: Beurteilung der Trinkwasserqualität hinsichtlich der Parameter Blei, Kupfer und Nickel – Probennahmeempfehlung, Rev01, 18.12.2018, https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/5620/dokumente/probennahmeempfehlung_rev01.pdf
14 CARBONIT/TU Berlin: Gutachten zu ausgewählten Arzneimittelrückständen, polaren Pestiziden und Steroidhormonen,
https://carbonit.com/images/stories/gutachten/Polare-Pestizide-Medikamentenrueckstaende-Hormone-Steroide-TU%20Berlin/100718-D01.pdf
Ergänzend: CARBONIT-Datenblatt IFP,
https://carbonit.com/images/stories/meinfilter/pdfs/datenblaetter/DB-IFP-230801.pdf
Über den Autor:
Daniel Fechtelpeter | Experte für Wasserqualität und innovative Trinkwasserlösungen
Daniel Fechtelpeter ist Gründer und Geschäftsführer der Living Water GmbH in Düsseldorf. Als Experte für Wasserqualität und Filtertechnologien entwickelt er Lösungen für sauberes Trinkwasser direkt aus dem Hahn und engagiert sich für fairen Zugang zu Trinkwasser weltweit.